Freakwave St. Pauli

Welle oder nicht? Das Endspiel

Im Finale Welle gegen Basismodell, dem Endspiel um den Neubau der Gegengeraden, läuft bereits die Nachspielzeit und es steht 0:1 für das Basismodell. 0:1 durch das - laut diverser Medien - bereits erfolgte Votum des Präsidiums. Die letzten Minuten laufen, jetzt kann eigentlich nur noch der Aufsichtsrat die Entscheidung kippen. Dieser Tage sollen sich die Vereinskontrolleure mit dem Thema befassen. Präsident Stefan Orth hat schließlich angekündigt, eine Entscheidung noch diese Woche offiziell zu verkünden. Ohne eine Last-Minute-Wende wie damals beim legendären 1:1 gegen Oberhausen (unter all den unvergesslichen Fußball-Momenten einer Fan-Karriere mein absoluter All-Time-Favorite!) bleibt die Welle wohl nur ein schöner Traum. Aber, Sportler-Platitüde ahoi: “It ain’t over till it’s over.”

Vielleicht ist das der Moment, deutlich zu machen, welche massiven Probleme wir uns mit dem Basismodell einkaufen, für die wir erst einmal keine Lösung haben:

1. Keine freie Sicht für die Fernsehkameras bei Fahnen/Doppelhaltern oder stehenden Fans auf den Sitzplätzen (Block 1, hinsetzen! Alle anderen: Bitte nur in gebückter Haltung zum Klo.).

2. Auf den hinteren Sitzplätzen ist man schon recht weit vom Spielgeschehen weg und auf den Versorgungsebenen gibt es weniger Bierstände und Imbissbuden.

3. Fanräume und Domwache sind nach letztem Stand umplatziert worden und dürften wohl Nachbarn werden!

4. Das Basismodell geht über die Grundstücksgrenze hinaus und bietet weniger Fläche zum Heiligengeistfeld.

Dass die Fanräume keinen Biergarten haben - das ist da fast schon eine kleinere Widrigkeit. In der Summe lässt das ein zunächst preiswerter erscheinendes Modell durchaus teurer werden. Teurer vor allem, wenn der Stadt noch ein gutes Stück Heiligengeistfeld abgekauft werden muss.

In der Presse war immer wieder zu lesen, was das - ich nenne es mal - Problemmodell kosten würde. Zur Sparversion der Welle herrscht dagegen Schweigen. Es wäre fahrlässig von Präsidium und Aufsichtsrat, wenn da keine verlässliche Kostenkalkulation eingeholt worden wäre! Wenn es um eine Entscheidung geht, bei der sich der Verein so hoch verschuldet wie noch nie, wo es um eine Tribüne für Generationen von St.-Pauli-Fans geht, muss der Wurf wohlüberlegt sein und am Ende gelingen.

Noch hat das Problemmodell nicht gewonnen, der Ball ist noch im Spiel …

Blog-Kommentare powered by Disqus