Es ist ja nicht so, dass ich mit dem Basis-Modell nicht leben könnte. Nur war es so, dass sich spätestens seit dem Bau der Haupttribüne schleichend ein mulmiges Gefühl eingestellt hat. Gedanke: “Und das soll jetzt aus dem Millerntorstadion werden?” Klar: Der Schock waren vor allem die Doppelstocklogen und die Business-Seats. Aber auch das sich einstellende Bewusstsein, das nicht viel Eigenständiges bleiben würde im Vergleich zum Arena-Einheitsbrei der Bundesliga, außer ein paar Ziegeln an der Außenfassade und vielleicht noch eine Wandmalerei wie an der Süd.
Und da kam der Wellen-Entwurf ins Rennen - die Wirkung: wie eine Befreiung! Es ist die Aussicht, dass die 2 Stunden im Stadion immer die Chance auf ein Gänsehaut-Erlebnis haben. Kritiker der Welle nennen das Event-Kultur, für mich ist es die Perspektive, nach 16 Jahren auf der Gegengerade auch in Zukunft diese Tribüne als etwas ganz besonderes, einzigartiges zu erleben.
Sicher gab’s auch für mich diese Fragen: “hält das?”, “ist das bezahlbar?” - die Fragen bleiben und können am Ende nur nach Kenntnis aller Fakten von Präsidium und Aufsichtsrat beantwortet werden. Aber die AG Stadionbau hat mir mit ihrem Bericht auf jeden Fall die Sicherheit gegeben, dass der Entwurf kein Wolkenkuckucksheim ist. Selbst nackte Zahlen sprechen für die Welle: Mehr Stehplätze, die größere Nähe zum Spielfeld, mehr Platz hinter der Tribüne, ein Biergarten für Fanräume … Klar, Basismodell geht auch, aber geiler wär’s schon. Frei nach Thees Uhlmann und Gurkentruppe: Unser FC ist anders als wie euer Verein - und das soll auch so sein!
Warum lieber anders als wie ihr?